Roberto Castello/ALDES: In girum imus nocte et consumimur igni

(Lucca/Italien)

Erschöpfte Wanderer, verdammte Seelen: vier Gestalten kämpfen sich bebend durch die Nacht, in scharfem Schwarzweiß wie in einem expressionistischen Film und zu einer endlos pulsierenden, in Trance versetzenden Musik. Lakonisch sagt eine Lautsprecherstimme Licht und Dunkel an, Tag und Nacht wechseln in quälend ähnlicher Sequenz. Skurril wie Marionetten ziehen die Heimatlosen weiter, wie eine ferngesteuerte Matrix, die immer wieder eine Kraft gegen die Einförmigkeit aus sich herausholt. Hartnäckig halten sie ihren Kurs ohne Ziel, kommunizieren nie und finden doch kleine Momente von Kontakt, ja Zärtlichkeit. Wir sehen das Wettrennen der Letzten, Verlorenen, ein tragikomisches Immer-Weiter, das Roberto Castello irgendwo zwischen Samuel Beckett, Marcel Marceau und Pina Bausch verortet. „Wir gehen des Nachts im Kreise und werden vom Feuer verzehrt“, lautet das mysteriöse Palindrom des Titels übersetzt. Rückwärts wie vorwärts, endlos im Kreis: In nachdrücklichen Bildern zeigt Castello, mit seinen experimentellen, politischen Performances ein Mitbegründer der zeitgenössischen Tanzszene Italiens, die Condition humaine als düstere Ausweglosigkeit.

„Ein faszinierendes Zusammenspiel von Raum, Zeit und Bewegung.“ – Hannoversche Allgemeine

„Ein Meisterwerk des Tanzes, das den menschlichen Körper mit erschütternder Dynamik im Griff der Hysterie, der Hypnose und des Missbrauchs zeigt.“ – La Repubblica, Italien

„Eine Choreographie, die wie eine staunenswerte szenische Maschinerie konstruiert ist, in der wir uns vollkommen verfangen.“ – Il Sole 24 Ore, Italien

Choreographie: Roberto Castello | Premiere: September 2015, Rom | Dauer: ca. 60 Minuten ohne Pause

Termine & Preise

VVK: Kat. 1: 35,– / erm.: 28,– / U18: 28,–
Kat. 2: 27,– / erm.: 22,– / U18: 22,–
Kat. 3: 19,– / erm.: 15,– / U18: 15,–
inkl. Geb.

Funded by

Premium Partners

Partner

Supporters